Laufen. Wand. Stop. Laufen. Wand. Stop.

Eigentlich wollte ich ja irgendwas über das erwachsen werden schreiben. Aber dann kam mir wieder irgendwas erwachsenes dazwischen, und hat mich mal wieder aus der Bahn geworfen.

Geht es am Ende des Tages beim “erwachsen werden” nur darum, möglichst gut mit Rückschlägen umgehen zu können?

Es ist ein Kampf, seit eh und je, seit Jahr und Tag, gestern, letzte Woche, letztes Jahr, letztes Jahrzehnt. Das ist nichts neues. Aber warum fällt es manch jemandem (mir z.B.) so schwer, sich an eben diesen Kampf zu gewöhnen? Nach Yin kommt Yang, und umgekehrt, nach einem Hoch kommt der Schlag in die Fresse: es gibt wenige Muster, die so offensichtlich, und doch jedes Mal so überraschend sind. Vielleicht habe ich mich zu lange in Sicherheit gewähnt, nachdem es nun schon einige Wochen gut und stetig aufwärts gegangen ist. Vielleicht bin ich unachtsam geworden, habe die Zeichen nicht mehr gesehen, die mir wohl bekannt sind. Oder vielleicht bin ich einfach nur an einem Punkt angelangt, den ich vorher noch nicht kannte, und mit dem ich eigentlich gar nicht umgehen kann. Das Peter-Prinzip, nennt man es wohl. Heißt das nun, ich habe meinen Zenit erreicht, sollte am besten ein wenig zurückstecken, um komfortabel leben zu können, und dann alles gut sein lassen? Oder berappele ich mich wieder, sehe es als Herausforderung an, und mache einfach weiter?

Ach, Blödsinn. Berappeln ist für zielorientierte Karrieristen. Ich werde ignorieren und durchwurschteln, bis ich damit umgehen kann, und mich dann eine Stufe weiter hoch mogeln. So lange, bis irgendeiner merkt, dass ich absolut keine Ahnung habe was ich da eigentlich mache, und ich wieder zurück auf Los muss. Ein schwacher Trost wird es sein, es dann wenigstens versucht zu haben. Und dennoch kann es mir egal sein: immer weiter, immer höher, immer lauter? Das will ich ja eigentlich gar nicht. Und doch mache ich die ganze Zeit mit. Ist auch das evtl. “erwachsen werden”: mitmachen, obwohl man gar nicht will?

Eine Wahl hatte ich ja schon. Eine Wahl hat man immer, an irgendeinem Punkt, und manchmal so viel, dass man sich gar nicht entscheiden kann. Dumm, dass man keine Entscheidung rückgängig machen kann. Gut, dass man es dann hinter sich hat. Egal welchen Weg ich gehe, es wird der Richtige sein. So viel Überzeugung muss sein. Am Ende des Tages gibt es nicht viel, was mir wirklich wichtig ist. Und weiter, am Ende der Nacht, ist dann nur noch die Liebe wichtig. Alles andere ist dann weg. Ist auch das vielleicht “erwachsen werden”? Liebe? Bestimmt nicht.

Ich träume davon, dass sich irgendwann alles um mich herum auflöst, und nur noch die Liebe übrig bleibt. Alle anderen Dinge in einer nebligen Belanglosigkeit versinken, und man nur noch das ist, was man liebt. Naiv und unrealistisch, und ganz und gar nicht erwachsen, aber worum sollte es sonst gehen?

Ich denke, “erwachsen werden” ist nur ein Zwischenstand, auf dem Weg zur Zufriedenheit. Denn wer will schon erwachsen sein bleiben.

Advertisements

Schlagwörter: , ,

About Greg B.

Just trying to find my way.

2 responses to “Laufen. Wand. Stop. Laufen. Wand. Stop.”

  1. Thomas says :

    Eine Entscheidung kann immer nur so gut sein, wie es das in dem Moment vorhandene Wissen zulässt. Das macht Aussagen wie „hätte ich damals nur nicht…“ völlig obsolet. Darum ist jeder Weg, den man einschlägt, zwingend auch der richtige – es gibt hinterher ja sowieso keine Wahl- oder Vergleichsmöglichkeit mehr.

    Ich mag dein Bild, dass am Ende die Liebe übrig bleibt. Das ist – vielleicht neben einem Job, dem man nicht gewachsen ist 😉 – das einzig Wichtige.

    Das Peter-Prinzip ist übrigens großartig!

    • Greg B. says :

      Es stimmt…jede Entscheidung ist die Richtige, und sich im Nachhinein darüber Gedanken machen ist ziemlich sinnlos. Manchmal geht es sogar nur darum, zu erkennen, welche Entscheidung man fällen soll – gar nicht mal, wie man sie fällen soll. Entscheiden und weitermachen, und alles wird gut sein.

%d Bloggern gefällt das: