Disziplinarschtrafe

Es ist so eine Sache mit der Disziplin. Entweder man hat sie, oder eben nicht. Und bei all den Dingen im Leben, bei denen man ein wenig weiterkommen möchte (was auch immer das bedeuten mag), muss man dann halt dran bleiben. Durchhaltevermögen. Langer Atem. Strikt, eisern, verlässlich. Kurz: öde. Liegt vielen nicht. Mir auch nicht so richtig.

Und so gräme ich mich regelmässig über die Diskrepanz zwischen meinen Wünschen, Vorstellungen und Zielen, und dem was ich tatsächlich erreiche, den Ergebnissen am Ende des Tages. Häufiger als nicht kommt dann gerne die mentale Anmerkung

Ach, das muss ja auch alles nicht sein. Glücklich sein reicht doch.

Aber: wie soll man glücklich sein, wenn man sich selber im Weg steht bei der Erfüllung der eigenen Möglichkeiten. Wenn man realisiert hat, dass man tatsächlich zum ein oder anderen in der Lage wäre, wenn man es nur öfter täte. Und das einzige, worin man wirklich gut ist, die Prokrastination bleibt: morgen. Erst muss das und das anders werden. Usw. Muss ich nicht erklären.

Nun versuche ich es also mal wieder mit noch kleineren Zielen. Ab und zu einen Blog-Beitrag ist z.B. so einer. Nicht stumpf im Netz surfen oder Candy Crush spielen oder die neueste Serien-Folge 3x sehen, damit ist schon einiges gewonnen. Ein wenig an der Ernährung schrauben. Auf die positiven Dinge besinnen, und diese ausbauen. Genau hinsehen, um zu erkennen, wo sich vielleicht schon etwas langsam, unauffällig, klein verändert.

Die lange Liste mit vielen kleinen positiven Beschäftigungen, aus der ich jederzeit etwas herausgreifen kann, wenn ich mal wieder in Vermeidung abzudriften drohe. Und über all dem die drohenden Kontrollgremien: Waage, Wortzähler, gelesene Bücher, Wohnungszustand. Die zeigen klar, wo etwas besser geworden ist. Oder eben nicht.

Was bleibt am Ende des Tages:

Bei Disziplin hilft sogar Homöopathie.

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About Greg B.

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