Umgebung, eine Auswahl

Nach jahrelangem ausprobieren, wie ich meine Lebensumgebung, die Bereiche in denen ich mich meist aufhalte, und die Menschen mit denen ich dies tue, zu gestalten habe, ist es mir nun in vielen Fällen gelungen das zu optimieren.

Ich meide große Menschenmengen, ausser sie gewährleisten maximale Anonymität. Ich mag kein dichtes Gedränge, das nicht einem mir Amüsement bringenden Zweck dient. Konzerte sind Ok, Schlußverkäufe eher nicht. Ich verbringe meine Zeit bevorzugt in kleinen Menschenrunden, ausschweifende Versammlungen überfordern mich oder machen einfach keinen Spaß, da ich ihnen nicht so weit folgen kann wie ich mich beteiligen wollen würde. Zu viele ungewöhnliche, ungewohnte Situationen gilt es aus dem Weg zu gehen. Den Personenkreis gilt es klein, aber fein zu halten. Sorgfältig ausgewählte Menschen, deren Toleranz und innerer Ruhe ich mir sicher sein kann. Oder auf deren Distanz man sich verlassen kann. Verwicklung in politisches, persönliche Spielchen, kalkulierende Manipulation oder rein eigenes Interesse verfolgendes, ach-so-modernes “Netzwerken” sind meine Sache nicht. Ich verfolge keine Interessen, ich werde meine Ziele auch so erreichen, oder eben nicht. Dort möchte ich mich nicht auf andere verlassen.

Und mit der Zeit habe ich mein Leben so weit optimiert, dass der Großteil der mir entstehenden Situationen und Umgebungen meine Vorgaben erfüllen, ich mich nicht befriedigenden Situationen notorisch aus dem Weg gehe, und der Großteil der Menschen nett, umgänglich, sozial, freundlich, angenehm ist. Durch diverse Glücksfälle, und ein gehöriges Maß an Ignoranz (gegenüber anders handelnden Individuen) ist es mir sogar gelungen, das im beruflichen Umfeld realisieren zu können. Versuche, mich in seltsame Absichten, Manipulation oder gar “Intrigen” zu verstricken scheitern regelmässig an meinen Ausweichmanövern, meinem beharrlichen Stil der Offenheit und Toleranz, und meiner völligen Unfähigkeit Politik zu betreiben.

Und dann geht man doch ab und zu in die Welt da draussen, und trifft auf Menschen denen man unter “normalen” Umständen wohl nie begegnet wäre. Besonders häufig und gerne im Straßenverkehr, aber auch z.B. mal beim Vermieten einer Wohnung, einer unverhofften politischen Diskussion oder sogar auf einer Party, da steht man ihm plötzlich gegenüber: dem Arschloch. Und man ist verwundert, wie arschlochig Menschen sein können! Zu was für menschenverachtenden Aktionen sie fähig sind, wie rücksichtslos sie handeln können, ausschließlich eigene Interessen verfolgend, wie unverfroren oder plump sie sich aufführen. Zurückhaltung? Fehlanzeige. Unrechtsbewusstsein? Über Bord geworfen. Egoismus, so dass andere Menschen kaum noch als solche wahrgenommen werden? Check, ausreichend vorhanden. Eigene Ziele über alles? Klar, gibt es etwa noch andere?

Und da stehe ich dann, und wundere mich über den Autofahrer der sich darüber aufregt dass ich nicht mehr bei dunkelorange über die Ampel fahre. Den Anwalt, der auftritt als würde ihm die Welt gehören. Den Kneipenbesucher oder Konzertgänger, der so laut redet dass alle anderen nichts mehr verstehen. Den Anwohner der “sich um Recht und Ordnung sorgt”, und erstmal jeden anzeigt der evtl. falsch geparkt hat. Oder der SUV-Fahrer der auf dem Bürgersteig parkt, und der scheinbar nicht merkt dass da andere Leute gehen wollen.

Eine Welt voller Arschlöcher, die gibt es leider immer noch.

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About Greg B.

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