Grenzen begrenzen

Die eigenen Grenzen kennen.

Das ist immer leicht gesagt, und schwieriger bewusst. Was soll es überhaupt heißen, die eigenen Grenzen. Wenn ich im Hochsommer 70 Minuten in einem vollen Fahrstuhl feststecke, würde ich eigentlich sagen: da ist eine Grenze überschritten. Aber: außer währenddessen unwohl fühlen, und danach eine gute Geschichte erzählen können, ist eigentlich nichts grenzartiges übriggeblieben. Nicht einmal eine gute Grenzerfahrung.

36 Stunden Autofahren, oder 48 Stunden reisend unterwegs sein, nicht vernünftig schlafen können, dürftige Verpflegung und keine Dusche: auch nicht so recht. Natürlich, anstrengend, und das ein oder andere Mal denkt man: das schaffe ich nicht. Aber was gilt es zu schaffen? Wo ist meine Grenze tatsächlich, und schaffe ich es tatsächlich diese nicht zu überschreiten? Irgendwann schlafe ich wohl ein. Bin ich dann an meiner Grenze gescheitert?

Und die Herausforderungen des Lebens. Je älter man wird, desto schneller vergeht zumindest die Zeit. Wird das Leben dadurch voller, bunter, aufregender? Auf jeden Fall, genau: herausfordernder. Mehr Papierkram. Mehr, das man sich zutraut, mehr, das man macht, mehr, das man kann. Neue Anforderungen bei der Arbeit. Neue Aufgaben, neue Menschen, neues Wissen. Und man denkt, das schaffe ich nie. Ich werde das nie lernen. In meinem Alter ist das unmöglich, ich habe meine Grenze überschritten. Und dann macht man es eine Weile, agiert hinter der Grenze, und eines Morgens wacht man auf und stellt fest: man ist plötzlich wieder diesseits der Grenze. Man hat sie zurück-überschritten, neue Grenzen definiert, die Möglichkeiten erweitert. Und dann geht alles wieder von vorne los.

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About Greg B.

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