Lou und Laurie

Es war der 20. Mai 1994, in der Passionskirche, Kreuzberg, Berlin. Laurie Anderson, warum auch nicht. Seit Jean-Michel Jarre’s “Zoolook” klingelte der Name bei mir, ohne dass mir “Big Science” oder “Home of the Brave” geläufig gewesen wären. Es reichte, um sich das mal ansehen zu wollen. Ohne eine Ahnung was mich erwartet.

Wenn mich nicht alles täuscht war es eine Art Klang- und Spoken-Word-Performance, der Witz über die Hotelzimmer-Hotdogs (“das Würstchen mit 2 Drähten für 4 Sekunden in die Steckdose halten. 10 Sekunden für well done.”) blieb immerhin bei mir hängen. Und mitten in der Show eine Ansage, die ungefähr so ging:

This following guy has, like me, lived in New York his whole life. We run in the same circles, make music, and live only a few blocks apart. Yet we have never met before. Ladies and Gentlemen, a fellow New Yorker – Mr. Lou Reed.

Woraufhin der kürzlich von uns gegangene Mr. Reed himself auf die Bühne kam, und mit gewohnt tosendem Gitarrensound 3 Lieder von Ms. Anderson begleitete. Ganz jung und oberflächlich, bemühte ich mich danach um Autogramme der beiden – während Lou Reed es, meinen Rücken als Schreibunterlage nutzend, schaffte seinen ganzen Namen zu schreiben, langte es bei Ms. A nur für ein Laurie A.

Und trotz dieser kleinen Unstimmigkeiten waren wir, wenn mich nicht alles täuscht, an diesem Abend Zeugen wie sich das Paar Lou und Laurie ausgerechnet in Berlin das erste Mal traf, und eine große Liebe womöglich dort ihren Anfang nahm. Ein kleines Stück von einer Legende. Thank you for the Music & Words, Lou.

Advertisements

Schlagwörter: , , , ,

About Greg B.

Just trying to find my way.
%d Bloggern gefällt das: